Interview mit Edwin Hintsteiner

Heute stellen wir den nächsten Sprecher der IBÖ vor. Wir treffen Edwin Hintsteiner, den Leiter der Identitären Bewegung Salzburg, zu einem Interview.

Hallo Edwin! Kannst Du Dich gleich mal vorstellen?

Mein Name ist Edwin Hintsteiner, ich bin 24 Jahre alt und arbeite derzeit im Bereich Netzwerk/IT bei einem österreichischen Telekommunikationsunternehmen. Ich bin seit 2013 Landesleiter der Identitären Bewegung Salzburg. Zwar habe ich meinen Lebensmittelpunkt in der Stadt Salzburg, aber ich pendle sehr oft zwischen Wien und Salzburg hin und her. Ausruhen kann ich mich im wunderschönen oberösterreichischen Attergau, wo meine Familie herstammt. Dort arbeite ich auch daran, meinen – neben Beruf und Aktivismus immer größer werdenden – „Noch zu lesen“-Bücherstapel abzubauen.

Du warst ja bei der Gründung der IBÖ dabei. Kannst Du uns kurz erklären, wie das vonstatten ging?

Bevor die Identitäre Bewegung Österreich gegründet wurde, war die IB hierzulande eine reine Graswurzelbewegung. Jeder, der sich dazu in der Lage sah, gründete eigene Orts- und Landesverbände. Es fanden zwar erste Konsolidierungsversuche statt, diese schienen aber zu Beginn nicht wirklich zu fruchten. Was dann im Frühjahr 2013 folgte, war eine wahre Marathonsitzung, um alle Landesgruppen auf eine gemeinsame Linie einzuschwören und der IBÖ ein Gerüst für die professionelle Aufbauarbeit der kommenden Jahre zu geben.
Natürlich musste zunächst jede Landesgruppe ihr eigenes Rezept finden, aber dann ging es rasch bergauf. Drei Jahre harter Arbeit, die vielen Aktivisten alles abverlangten, haben die IBÖ zur stärksten überparteilichen patriotischen Plattform Österreichs gemacht.

Gewisse „Experten“ behaupten, dass die IBÖ von Neonazis gegründet wurde. Stimmt das oder wie war die Zusammensetzung der IBÖ-Gründer?

Bereits beim ersten Aufeinandertreffen mit den anderen Identitären (mittlerweile „Urgesteinen“) war offensichtlich, dass es sich garantiert nicht um „Neonazis“ oder Extremisten handeln konnte. Die damalige Aufbruchsstimmung, etwas Neues und Gutes zu schaffen, lies für solche Geister auch gar keinen Platz. Bei allen Differenzen, die es zu Beginn natürlich auch gegeben hat, war eine Leitlinie völlig klar: Haltet eure Landesgruppen fern von solchen Leuten! Dabei ging es nicht um eine ästhetische, sondern um eine vollinhaltliche Abgrenzung vom Nationalsozialismus. Heute wird uns vorgeworfen, wir wären „hippe“ Nazis, aber unsere Aktivisten sehen nicht nur anders aus als „der klassische Neonazi“, sie denken, fühlen, handeln und sind ganz einfach anders. Die Behauptung ist kurz gesagt absurd.

Immer wieder gibt es Gerüchte, die IB würde nur aus Studenten bestehen. Stimmt das und fühlt man sich als Nicht-Akademiker irgendwie ausgeschlossen?

Gerade in Salzburg ist der Anteil der Arbeiter um ein vielfaches höher als jener der Studenten. Und das von Beginn an. Für unseren Aktivismus war dies in keinster Weise hinderlich, ganz im Gegenteil. Ich hatte vielmehr das Gefühl, dass so mancher Nicht-Akademiker einen viel direkteren und emotionaleren Zugang zu unseren Themen hat. Heimat, Freiheit und Tradition sind Werte, die man nicht an Universitäten und höheren Schulen vermittelt bekommt. Ich habe den Eindruck, dass je mehr Zeit man in einem Bildungssystem verbringt, das einem immer und immer wieder Schuld und Scham für die eigene Heimat und Geschichte einredet, desto eher wird man auch für anti-patriotische Ideen weichgekocht. Wer als Akademiker identitäre Ideale vertritt, rebelliert gegen dieses System, das ihn schon sein ganzes Leben lang zu indoktrinieren versucht. Ich hatte nie das Gefühl, dass Nicht-Akademiker bei der IB ausgeschlossen werden. Viel eher herrscht eine fast romantisierte, positive Einstellung zu ihnen und ihren Fähigkeiten. Also etwas, was man eher auf Seiten linker Bewegungen vermuten würde, doch gerade diese sind in ihren pseudo-akademischen Ghettos gefangen und haben den Anschluss zu ihrer „revolutionären Ressource“, den Arbeitern, völlig verloren.

Hattest Du auch hin und wieder daran gedacht, einfach aufzuhören? Woher kommt der Antrieb, immer weiter zu machen?

Um eines vorwegzunehmen: Es ist verdammt hart Aktivismus, Leitungsaufgaben, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Mehr als einmal kam mir in den Sinn eine Pause einzulegen, um einem „Aktivismus-Burnout“ vorzubeugen. Es waren die zuerst kleinen, dann immer größeren Erfolgserlebnisse, die mich darin bestärkt haben, dass unsere Arbeit tatsächlich einen Mehrwert hat und nicht bloß Ausdruck jugendlichen Sturm und Dranges ist. Ein erstes Knüpfen von politischen Kontakten, ein Vortrag über identitäre Ideale, der mit großem Applaus endet, ein anerkennendes Dankeschön für unseren Einsatz von älteren Personen, die wieder Hoffnung in eine patriotische Jugend setzen: Das sind persönliche Erfahrungen, die mich immer wieder motivieren. Im Gesamtbild sind es vor allem metapolitische Erfolge wie die Übernahme von uns geprägter Begriffe im öffentlichen Diskurs oder die ernsthafte mediale Auseinandersetzung mit unseren Idealen.

Aber die großartigste Erinnerung, von der ich immer wieder zehre, war unsere erste Demonstration in Wien 2014. Das war das erste Mal, dass wir uns als Identitäre Bewegung in großer Zahl auf die Straße gewagt haben. Wir gingen wie ein spartanisches Heer durch die Straßen Wiens, umrahmt von einem Meer aus schwarz-gelben Fahnen. Das war der Punkt, an dem für mich der Rubikon überschritten wurde. Von dort an gab es für mich kein Zurück mehr. Wir wollen für Österreich und Europa viel erreichen und seit Mai 2014 war für mich klar, dass wir uns auf einem guten Weg befinden und ich mit der Identitären Bewegung auf das richtige Pferd gesetzt hatte.

Und zum Schluss: Was willst Du den Österreichern an dieser Stelle sagen?

Lasst euch nicht unterkriegen! Die momentane Situation, in der sich Europa und Österreich befinden, mag aussichtslos erscheinen, doch im Angesicht der bewegten Geschichte unseres Kontinents darf man nicht resignieren. Die Geschichte wurde immer durch jene geprägt, die selbst im Angesicht einer nahezu sicheren Niederlage nicht wichen und weiterkämpften. Wir haben zwei Türkenbelagerungen und die Gräuel zweier Weltkriege durchlebt, doch in seiner Seele ist sich Österreich immer treu geblieben. Es braucht Menschen, die für den Erhalt dieses Charakters aufstehen und den Protest von der Wahlurne auf die Straße bringen. Österreich, wir schaffen das!